Die Nachkriegszeit im Gespräch: Marianne Burkhalter und Christian Sumi (9.12.2021)



Videoaufzeichnung

Die Architektur von Marianne Burkhalter und Christian Sumi widerspiegelt den Wendepunkt des Jahres 1968, als die gesellschaftliche Relevanz von Gebäuden durch neue Anforderungen – von ökologischen bis hin zu politischen Anliegen – in Frage gestellt wurde. Nach einer Reihe von individuellen Erfahrungen mit Avantgarde-Gruppen und in der wissenschaftlichen Forschung, wie mit Superstudio, dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom oder der Zusammenarbeit mit Mario Campi an der ETH Zürich, gründeten Marianne Burkhalter und Christian Sumi 1984 ihr Architekturbüro in Zürich. Nachdem sie getrennt voneinander an der EPFL, in Harvard und an anderen Universitäten unterrichtet hatten, teilten sie sich von 2008 bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2018 eine Professur an der Accademia di Architettura in Mendrisio. Ihre Projekte beruhen auf der sorgfältigen Balance zwischen der Logik der Montage und dem Studium der Polychromie, zwischen der Individualität des zeitgenössischen Wohnens und den Bedingungen des urbanen Milieus, zwischen den Bezügen der schweizerischen Moderne und der Wertschätzung des “Alltäglichen” der internationalen Postmoderne. Um ihre Position zu formulieren, haben sie einen umfangreichen Korpus an Ausstellungen und Publikationen erarbeitet, zuletzt zu Konrad Wachsmann (2018) und Citroën DS (2020), die sie als einzigartige Protagonisten in der Architekturdebatte der Nachkriegsschweiz positionieren.