Vortrag
Richard Anderson: The Post: El Lissitzky and the Wolkenbügel

Veranstalter: Professur Stalder
Datum: Donnerstag, 31. März 2022
Zeit: 13.45 Uhr bis 14.45 Uhr
Ort: HPV G 4
 



"Heute kann man alles mit der Post verschicken...". El Lissitzkys Worte aus dem Jahr 1925 scheinen uns heute selbstverständlich zu sein. Auch zwei Jahre nach Ausbruch einer globalen Pandemie, welche die Mobilität eingeschränkt, die Menschen am Überschreiten von Grenzen gehindert und persönliche Kontakte unterbunden hat, zirkulieren Gegenstände weiterhin rund um den ganzen Globus. Briefe, Pakete, Zeitschriften, elektronische Geräte, Schutzmasken, Covid-Tests und eine Reihe anderer Gegenstände kommen noch immer ohne Unterbrechung in den Haushalten und Büros an. Der Zustand relativer Unbeweglichkeit bietet die Gelegenheit, über die Systeme und Infrastrukturen nachzudenken, die den globalen Transport von Gegenständen gewährleisten. Diese Präsentation befasst sich mit der "Post" als einem grundlegenden Element der Moderne. Sie wird sich sowohl mit den architektonischen Infrastrukturen der Post als auch mit Lissitzkys Begeisterung für das Versenden und Empfangen von Objekten mit der Post als Fallbeispiel befassen. Lissitzkys Abhängigkeit von den durch das Postsystem geschaffenen Kommunikationsnetzen wurde verstärkt, als er nach Lugano geschickt wurde, um sich einer Tuberkulosebehandlung zu unterziehen. Während er aus gesundheitlichen Gründen bewegungsunfähig war, tauschte Lissitzky Ideen und Objekte mit Kollegen in ganz Europa, der Sowjetunion und den USA aus. Er nutzte die Post, um seine Position innerhalb eines internationalen Netzwerks von Künstlern und Architekten zu behaupten und um die Entwicklung seines bekanntesten Projekts, des Wolkenbügels, voranzutreiben. Der Vortrag konzentriert sich auf die Post als grundlegende Infrastruktur für Lissitzkys architektonische und mediale Praktiken und untersucht die Bedeutung seiner Aussage, dass "das gedruckte Blatt Raum und Zeit überwindet".

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Dr. Matthew James Wells