Focus Work
Paul W. Tittels Erweiterungsbau der Töchterschule im Vergleich mit zeitgenössischen Tendenzen

Focus Work
Christoph Stahel
2021
 


Die Schweizerische Bauzeitung rühmte 1940 den Zürcher Architekten Paul Walter Tittel anlässlich seines Studienabschlusses an der ETH Zürich als «architektonisches Wunderkind». Doch was ist aus dem architektonischen Wunderkind geworden? Weshalb ist der Architekt, der die Kantonsschule Stadelhofen (1958-1969) und das Technikum Rapperswil (1966-1973) entworfen hat, heute eine gänzlich unbekannte Figur im Architekturdiskurs der Schweizerischen Nachkriegsmoderne?
Die vorliegende Vertiefungsarbeit versucht diese Fragen zu beantworten und setzt es sich zum Ziel, das Werk des Architekten Tittels ans Tageslicht zu holen und dessen Bedeutung für die Schweizer Nachkriegsarchitektur zur Diskussion zu stellen. Um Tittels Werk in die Schweizer Nachkriegsmoderne einordnen zu können, wird auf der Basis seines Nachlasses, welchen er dem gta Archiv persönlich vermacht hat, sein Leben und beruflicher Werdegang rekonstruiert. Im zweiten Teil der Arbeit steht der Erweiterungsbau der Töchterschule in Zürich, die heutige Kantonsschule Stadelhofen im Fokus. Es wird untersucht, durch welche Vorbilder Tittel inspiriert wurde, indem sein Entwurf mit zeitgenössischen Tendenzen verglichen wird. Mit dem Erweiterungsbau der Töchterschule ist es Tittel gelungen, einen für die Zürcher Nachkriegsmoderne wichtigen und zeittypischen Bau zu realisieren, welcher in vielerlei Hinsicht den damaligen Zeitgeist der Architektur abbildet. Der Bau repräsentiert nicht nur in Tittels Werk eine Trendwende, sondern er steht ganz am Beginn der zunehmenden Internationalisierung der Architektursprache in der Stadt Zürich.

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Carla Peca