Elective Thesis
Das Krankenbett. Die Rolle des AKZ-Krankenbetts im Neuen Kantonsspital Zürich 1940-1951

Elective Thesis
Nora Ramstein
2021
 



Während des zweiten Weltkriegs wurde in Zürich der nationale Wettbewerb für das Neue Kantonsspital Zürich durchgeführt. Die Architektengemeinschaft für das Kantonsspital Zürich (AKZ), geführt von Häfeli Moser Steiger und Hermann Fietz, plante von 1940–1951 den Bau. Von der schieren Grösse der Bauaufgabe wurden sie aufgefordert, die Dinge des modernen Krankenhauses zu überdenken, nach ihrer Aktualität zu überprüfen und bestmögliche Konstruktions- und Designlösungen für das Neue Kantonsspital Zürich zu finden. 1953 wurde in der Zeitschrift Werk eine Sammlung von «Neuentwickelten Einzelheiten der Konstruktion und Ausstattung» der Architekten veröffentlicht. Das AKZ-Krankenbett stand dabei an erster Stelle, der 126 Entwürfe. Das Möbelstück Bett wird analog dazu bei einem Gespräch zwischen einem Arzt, einer Krankenschwester und einem Architekten als «das wichtigste Möbel im Krankenzimmer» bezeichnet.

Die Arbeit untersucht - aufgrund dieser Funde im Nachlass der Architekten im gta-Archiv - anhand des AKZ-Krankenbetts, warum das Krankenbett als das wichtigste Möbelstück bezeichnet wurde, wie oder wo dessen Bedeutung im Kosmos des modernen Spitals zum Vorschein kam und inwiefern man am Krankenbett die Umstände des damaligen Zeitgeists ablesen kann. Sie zeichnet nach, welchen determinierenden Faktoren und Bedürfnissen das Krankenbett unterlag und welche es im Entwurf des Neuen Kantonsspital Zürich selbst determinierte. Dabei werden verschiedene Bereiche gestreift, die zur Aufschlüsselung dienten: der Mensch, das Material und die Herstellung, das Krankenzimmer, die Pflegeeinheit, die Bettenhäuser und das Planungskonzept der AKZ. Auf diese Weise soll gezeigt werden, dass das Bett die Bemühungen der Architekten widerspiegelt, eine neue, hygienische, technisch fortschrittliche und vor allem für den Menschen funktionierende Form zu finden, welche dem Zeitgeist der Industrialisierung und der Standardisierung entsprach.

Contact


Dr. Andreas Kalpakci